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06.03.2012, 11:16 Uhr | Anna-Karina Neudeck
Konrad Adenauer und die Europäische Integration
Wanderausstellung stoppt in Bad Köstritz
Große Schautafeln zeichnen den Weg Adenauers zur politischen Einheit Europas nach. Gemütliche Stehtische laden zum Dialog ein. Kompetente Kataloge halten die Eindrücke der Exposition fest. Die Wanderausstellung „Konrad Adenauer und die Europäische Integration“ gastiert jetzt in der Stadt der großen B. Zu verdanken haben dies die Bad Köstritzer auch dem Landtagsabgeordneten Volker Emde (CDU).
Bad Köstritz - Am Dienstagabend war es so weit: Unter den Worten von Dietrich Heiland, Bürgermeister der Stadt Bad Köstritz, Maja Eib, Leiterin des Bildungswerkes Erfurt der Konrad-Adenauer-Stiftung, und Volker Emde, Bildungspolitischer Sprecher im Thüringer Landtag, wurde die geschichtsträchtige Ausstellung im hiesigen Palais eröffnet. Höhepunkt war der Fachvortrag des Politikwissenschaftlers Mark Hauptmann von der Universität Jena, der sich nicht zuletzt infolge seines Promotionsstipendiats der Konrad-Adenauer-Stiftung mit der Ära des ersten Bundeskanzler Deutschlands beschäftigt.

Im Jahre 2007, zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge, konzipiert, verwirklicht die Ausstellung einen Grenzgang zwischen Geschichte und Politik, Perspektive und Retrospektive. „Nur wer die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft gestalten“, bekräftigte Volker Emde am Abend seine Intention, die Ausstellung den Menschen hierzulande zu präsentieren. In einem Ensemble von Schautafeln, Präsentationen und Materialien zum Mitnehmen werden die Besucher zum sinnlichen Nachvollzug eurohistorischer Fragen in Bezug auf die zukünftige Politik eines vereinten Europas aufgefordert. Dabei geht es um so grundlegende Fragen, wie der europäische Zusammenhalt nach den Schrecken des Krieges gedeihen konnte, wie auch um die konkrete Nachhaltigkeit der geschaffenen Freundschaft der Länder. Gerade deshalb solle die Exposition auch von jungen Menschen besucht werden, die „sich das gar nicht mehr vorstellen können“, so Mark Hauptmann, für die, ein Reisen ohne Zollschranken oder ein Leben in Frieden schier zur Selbstverständlichkeit geworden sei.

Noch bis zum 30. März ist die Ausstellung des Archives für Christlich-Demokratische Politik und der Konrad-Adenauer-Stiftung im Foyer des Palais Bad Köstritz zu sehen. Dann geht sie wieder auf Reisen. Wer sich selbst ein Bild über den damaligen Zeitgeist machen möchte, hat montags und mittwochs in der Zeit von 9 bis 15 Uhr, dienstags und donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr die Gelegenheit dazu. Anne-Cathrin Ritschel, Kulturamtsleiterin in Bad Köstritz, freut sich auf ihre Gäste und begrüßt auf Anfrage gerne auch Wochenendausflügler. Tatsächlich ist die Ausstellung einen Streifzug wert. Ist sie doch nicht nur ein museales Zeugnis der Ära Adenauer, sondern auch – und dies vor allem – ein Geschenk, um die Zukunft Europas zu verstehen. Kataloge und Informationen zur kostenfreien Exposition sind bei Heike Wolter, Telefon 02241 2462200, E-Mail heike.wolter@kas.de, erhältlich.
aktualisiert von Volker Emde, 16.11.2012, 13:25 Uhr